Collagen, GedankenTexte

Gleiches nur anders (Same same but different)

Wir alle sehen die selben Dinge und sehen sie trotzdem anders …

Während für mich eine Sonnenblume die Perfektion in Pflanzenform darstellt, ist sie für einen anderen nur ein Kern auf dem Brötchen. Ein und der Selbe Weltbewohner löst ungleiche Gefühle aus. Für mich einer der faszinierendsten Phänomene das auf menschliche Vielfalt zurückzuführen ist. Die einen wissen von diesem Mysterium, andere wiederum verdrängen lieber seine Existenz. Um das Chaos, das diese Tatsache verursacht, im Zaum zu halten, wurde der Menschheit etwas geschenkt das sich Toleranz nennt. Ohne Toleranz sollte man Menschen unter keinen Umständen auf Menschen loslassen. Wie sieht es mit mir und der Toleranz aus? Ich für mich KANN, und das ohne Probleme, tolerieren dass es Menschen gibt, die Vanilleeis kalt lässt. Ich kann auch ganz gut damit leben, dass es Menschen gibt, für die der DeLorean nur ein Auto ist. Ich MUSS aber tolerieren, dass meine Kreativität und Inspiration nicht ausreichen um die Welt von meiner Kunst zu überzeugen. Ich muss tolerieren, dass nicht jeder von dem Text den ich geschrieben habe, dem Bild das ich gemalt habe, oder von dem Haus das ich geplant habe, begeistert ist (so wie ich). Wenn man diese frustrierende Tatsache aber unter dem Aspekt sieht, dass es nicht an dem Produkt liegt, das ich inbrünstig  zu verkaufen versuche, sondern jeder Menschen schlicht und einfach im gleichen Ding etwas anderes sieht, dann ist es nur noch schade und nicht mehr schlimm. Akzeptieren um dann zu tolerieren. Der Welt etwas schönes zu schenken ist gar nicht so einfach, wie man vielleicht meinen würde. Die Welt will was die Welt will. Sie will mehr vom Selben, mehr von den Dingen die mehr Menschen zumindest ähnlich sehen. Mehr Rosen und Tulpen und bunte Blumensträuße. Die Sonnenblume macht sich besser als Kern auf dem Brötchen oder zähe Flüßigkeit in der Ölflasche, als Natur in der Vase. Immer und immer wieder muss ich meinen gesamten Vorrat an Toleranz zusammennehmen und so bleiben wie ich bin. DIE bleiben, die der Welt keine bis zur Unkenntlichkeit zugefilterten Selfies schenkt, sondern in jedem festzuhaltenden Augenblick die Kunst sucht, auch wenn die nicht für jeden sichtbar ist. Ich muss DIE bleiben, die den Text schreibt, der nur einen Menschen erreicht, der ihn dafür nie vergisst, und nicht die die das Buch schreibt, das von einer Million Menschen gelesen wird, und von einer Million Menschen durch das nächste Buch mit gleichem, auf primitive menschliche Triebe reduzierten, Inhalt ersetzt wird. Ich hätte dir gerne etwas schönes hinterlassen Welt, aber ich weiß nicht ob du es auch zu schätzen weißt. 

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Collagen

Das Ding braucht einen Namen

Eben fertig geworden, schon möchte ich mein neuestes Kunstwerk mit euch teilen. Fast wäre diese sofortige Veröffentlichung daran gescheitert, dass ich keinen Titel dafür finden konnte. Es fällt mir aktuell sehr schwer meine Bilder zu benennen, denn sobald ich ihm einen Namen gebe, ist es was es ist, und kann seine Bedeutung somit nicht mehr ändern.

Was tun? Ich weiß was. Ich lasse einfach mal euch ran. Was fällt euch als erstes ein, wenn ihr das Bild seht? Ich finde ein Bild darf ruhig viele Namen haben, schließlich sehen wir in den selben Dingen, alle etwas anderes.

maninthemoon.jpg

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Collagen

Zuerst kam das Logo …

Ich habe mir mal ein SchattenSEITE-Logo entworfen, …

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… und das hat mich dann zu dieser Collage inspiriert. Normalerweise gebe ich meinen Bildern sehr gerne Namen, das hier allerdings bekommt keinen. Weil es, wie ich finde, keinen braucht. Wie man so schön sagt: Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.

Last der Welt

Bis auf die Erdkugel habe ich übrigens alle Bilder entweder eigenhändig geschossen oder bin selbst drauf.

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Collagen, GedankenTexte

Dieses Gefühl

Nachts aufgewacht. In der Dunkelheit der Stille, verhalten sich Gedanken als würden sie sich auf einer leeren Landstraße mitten im Nirgendwo befinden. Sie können sich frei bewegen, müssen keine Regeln befolgen. Sie machen was sie wollen, niemand sieht sie, niemand richtet über sie, niemand hält sie auf. Da riskieren sogar die schüchternsten Gedänkchen einen Blick nach Draußen. Und wer sind die treuesten Begleiter dieser Gedanken? Es sind Gefühle. Hin und wieder allerdings, ist das Gefühl etwas schneller als der Gedanke. Dann ist das Gefühl für einen Moment, einfach ein Gefühl, und folgt keinem Gedanken. „Dieses Gefühl“ von heute Nacht kenne ich schon zu gut. Deshalb weiß ich, dass dem überwiegend ein Gedanke voran steht. Heute Nacht kam es aber alleine, ohne den Gedanken. Dieses Gefühl ist wie kaltes Wasser zu trinken, während man im Schnee steht. Es erinnert an noch einen Biss, wenn man den letztmöglichen gerade runtergeschluckt hat. Es ist wie noch zwei weitere Stufen, wenn die Knie schon vor Anstrengung zittern. Man könnte es als „Zu viel des Guten“ bezeichnen. Dieses Gefühl kommt für gewöhnlich als Begleitung eines uneingeladenen Gedankens, eines Gedankens den man nicht haben will, eines Gedankens bei dem man einfach nur hofft, dass er bald wieder gehen wird, bevor das Gefühl sich zu stark ausbreitet.

Doch heute Nacht kam das Gefühl ohne den Gedanken. Es war völlig alleine. Stand vor mir, genauso überrascht wie ich selbst, und machte so wie es da stand einfach keinen Sinn. Es hatte keinen Gedanken an dem es sich festhalten konnte, hatte folglich keinen Grund hier zu sein. Da standen wir nun, und starrten uns an. Stille. Dann drehten wir uns gleichzeitig herum, auf der Suche nach dem Gedanken, um diesem verrückten Moment einen Sinn zu geben. Kein Gedanke, nur dieses Gefühl, wie aus dem nichts. Ich hoffe es war für ihn genauso unangenehm wie für mich. Ich hoffe es kommt nicht wieder.

dieses gefühl

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Fotografie, GedankenTexte

Der Berg

Ich sehe aus dem Fenster und sehe den Berg, mal grün und saftig, wie er seinen Kopf in die Wolken streckt. Mal sehe ich ihn weiß angezuckert, wie er vor Kälte zittert. Ich und mein Berg, der mein Fenster füllt, sind uns schon so vertraut. Selbstverständlich und trotzdem immer wieder besonders. Ich sehe ihn jedes Mal wenn mein Blick das Fenster streift. Habe ihn noch nie übersehen. Und auch wenn es nicht den Eindruck macht, ich bin kein Freund der Berge. Ich bewundere und verehre Berge, aber ich liebe unendliche Weiten und das wohlige Gefühl, wenn die Sonne am Ende des Tages den Boden küsst und sich meine Füße irgendwie warm anfühlen. Berge sehen nur auf mich herab. Mein Berg ist anders. Er ist höflich und nett. Er wünscht mir täglich einen guten Morgen. Wir sind Freunde und Nachbarn. Ich mag ihn. Trotzdem stelle ich mir manchmal vor wie es wäre, wenn nicht er in meinem Fenster wohnen würde, wenn anstelle in den Berg zu schauen, meine Augen in unendliche Weiten blicken würden, und sich auf dem Horizont ausruhen könnten. Ich hätte jeden Abend warme Füße und es wäre mir auch warm ums Herz. Vielleicht aber, würde ich meinen Berg vermissen, seinen Kopf in den Wolken und sein zuckriges Winterantlitz. Ist es das Vertraute was mich glücklich macht, oder träume ich von Dingen bei denen mir ein tief verborgenes Gefühl sagt, dass sie gut für mich wären? Ich weiß es nicht. Ich weiß aber, dass es niemals einen Morgen geben wird an dem ich zum Fenster sehen werde, und mein Berg nicht mehr da sein wird. Eher werde ich nicht mehr da sein, um aus dem Fenster zu sehen.

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